Ismenismus

Grüß Gott!

Historiker und Politologen haben es nicht leicht. Schon gar nicht als Studenten, wenn einem die volle Härte der Fachterminolgie erstmalistisch ins Gesicht schlägt. Da kommt man leicht ins Taumeln.

Dass "Islamisch" friedfertiger ist als "Islamistisch", gehört mittlerweile zur Allgemeinbildung. Das Fettnäpfchen ist schließlich tief.

Aber der Ismen gibt es eine Menge im politischen Alltagsgebrauch. Debütantismus, Extremismus, Liberalismus, Sozialismus, Kommunismus, Marxismus, Leninismus, Bolschewsimus und noch viele mehr. Schon Ferris Bueller hielt Ismen für keine gute Sache.

Nun stehen Studenten der Geschichte natürlich unter dem Druck, professionell und gebildet klingen zu wollen, wobei das Jonglieren mit Ismen schnell Ähnlichkeit mit einer Flohdressur bekommt. Denn gerade wenn ein Kommilitone besonders doktorantisch klingen will, schleichen sich schnell Ismen ein, die es gar nicht gibt.

"Historistisch gesehe war das keine neue Idee", hieß es kürzlich ein einem Seminar.
Später erinnerte Jemand daran, dass einem Aufsatz aus der Weimarer Republik "die biologistische Komponente fehle."
Daran, dass "Neonazistische Tendenzen sich in Ostdeutschland volkistisch verbreiten", erinnert uns regelmäßig die BILD.
Und natürlich darf man auch nicht vergessen, dass "das Mittelalter theologistisch sehr festgefahren war."

Krönender Abschluss war ein fantastistischer Fall, in dem es hieß: "Der Faschismus sei globalistisch indiziös für neomperialistische Bestrebungen, was die amerikanistische Irakpolitik faschistisch mache."

Ich würde mir zwar wünschen, dass man auch bei ismenistischer Freak-Sprache weiterhin den Kopf gebraucht, aber bis dahin finde ich das einfach unterhaltsamistisch!

24.1.07 17:29

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