Generation Sitcom

Grüß Gott!

Das wohl undefinierteste Wort des modernen Deutsch ist "Generation". Mal ehrlich, was IST denn eine Generation?
Sicher, noch bis zur "Großvatergeneration" war klar, dass eine Generation Kinder gebärt, welche die nächste Generation stellen. Knapp 30 Jahre also.
Dieses seit Generationen bewährte Prinzip wurde von Medien und Soziologen mittlerweile derart aufgeweicht, dass das Wort "Generation" jegliche Bedeutung verloren hat.

Mit unseren nun ebenfalls knapp dreißig Jahren schauen ich und meine Altersgenossen auf eine stolze Generationsgeschichte zurück. Würde man uns für jede Generationszugehörigkeit einen Orden an die Brust heften, wären wir die "Generation Hexenschuß".

Zählten wir zuerst noch knapp zur "Generation X", oder der "Lost Generation", bekamen wir später als "Generation Golf" einen etwas deutscheren Namen, was uns zugleich von der "Elterngeneration" löste, ohne uns aber zur "Kindergeneration" zur machen. Die Damen rutschten schnell in die "Generation Ally". Heutzutage zählt man uns frech zur "Generation Praktikum", etwas anders auch "Generation Prekär" genannt. Dabei waren wir mal die "Spaßgeneration", auf Neudeutsch "Fungeneration", auf jeden Fall sind wir die "Single-Generation", waren mal die "Fast-Food-Generation", werden aber langsam zur "Kochgeneration". Knapp vorbeigeschrammt sind wir an der "68er Generation", gehören aber zur "MTV-Generation", und der "Generation Internet". Nicht zu vergessen, dass wir immer noch Teil der "Nachkriegsgeneration" sind, und das schon so lange, das wir eigentlich eine "Friedensgeneration" sind.

Mittlerweile wird nicht mehr über Generationen gegriffen, sondern getrippelt. Gemeinsame Grundlagen, oder gemeinsame Erlebnisse lösen im Jahrestakt ab, welcher "Generation" wir noch angehören.

Dabei wäre alles viel freundlicher, würde man einfach festlegen, über welche Sitcom man an seinem 18. Geburtstag am meisten gelacht hat. Das hätte wenigstens eine chronologische Ordnung. Von der "Generation Mork vom Ork" zur "Generation Alf", dicht abgelöst von der "Bill Cosby Generation", zur "Generation Roseanne" und "Generation Tony Danza", schließlich "Prince von Bel Air Generation", "Al Bundy Generation", "Generation Tool Time" und "Generation Friends". Enden würde es klassisch in der "Carrie Bradshaw Generation", der "Generation Scrubs" und schlussendlich der "Doug Heffernan Generation".
Das würde vermutlich mehr über die Person aussagen, als jede Generationen-Kreation des Spiegels.

Es wäre zwar genau so unübersichtlich, aber um einiges Unterhaltsamer!

17.1.07 15:46

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